Pressemitteilung

bayme vbm kritisieren Anti-Zeitarbeits-Kampagne der IG Metall

München, 08.07.2010 von Raimo Kröll
Brossardt: „Jobmotor Zeitarbeit nicht wieder abwürgen“

Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm haben die Initiative der IG Metall Bayern zur Zeitarbeit scharf verurteilt. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von bayme vbm: „Die verbesserten Bedingungen für die Zeitarbeit durch die damalige rot-grüne Koalition haben seither zu einem erheblichen Abbau der Arbeitslosigkeit geführt. Auch zu der derzeit guten Arbeitsmarktentwicklung leistet die Zeitarbeit einen wichtigen Beitrag. Wer jetzt wie die IG Metall die Zeitarbeit wieder eindämmen will, nimmt den Unternehmen ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument und vielen Menschen die Chance auf Arbeit.“
 
Brossardt kritisierte, dass von verschiedenen Seiten mit falschen Vorwürfen Stimmung gegen die Zeitarbeit gemacht wird. So entbehrt laut Brossardt beispielsweise die Behauptung, Zeitarbeit werde immer häufiger zur Lohnsenkung missbraucht, jeglicher Grundlage. „Bei der Zeitarbeit geht es den Betrieben vor allem um Flexibilität.“ Dies bestätigt eine aktuelle Umfrage von bayme vbm. Demnach nutzen 59 Prozent der Betriebe Zeitarbeit, um Auftragsspitzen abzufangen. Für 42 Prozent ist sie dazu da, um kurzfristige Personalausfälle abzufedern und gut 47 Prozent haben eine flexible Personalplanung im Auge. Nur 11 Prozent gaben an, mit Zeitarbeit auch Kosten senken zu wollen.
 
Ebenfalls nicht den Tatsachen entspricht laut Brossardt der immer wieder geäußerte Vorwurf, die Zeitarbeit verdränge Stammarbeitsplätze. Brossardt: „Die meisten M+E-Arbeitsplätze erfordern umfassende Erfahrung der Fachkräfte im eigenen Betrieb. Deshalb sind in der bayerischen M+E-Industrie im vergangenen Aufschwung auch viermal mehr feste neue Arbeitsplätze entstanden als Zeitarbeitsstellen. Das Ausmaß der Zeitarbeit in der bayerischen M+E-Industrie bleibt folglich überschaubar. Selbst im jüngsten Aufschwung hat die Zeitarbeit im Durchschnitt aller M+E-Branchen nicht mehr als sechs Prozent erreicht. Auch die kurze Verweildauer der Zeitarbeitnehmer in den bayerischen M+E-Betrieben –  81 Prozent sind ein Jahr oder kürzer im Einsatz – spricht gegen die Behauptung, Stammarbeitsplätze würden durch Zeitarbeitnehmer ersetzt.“
 
Brossardt weiter: „Zeitarbeit trägt im Gegenteil zur Schaffung von Stammarbeitsplätzen bei. Laut Umfrage wird jeder fünfte M+E-Zeitarbeitnehmer von den Firmen als Stammarbeitnehmer übernommen. Es ist nicht in Ordnung, diesen Klebeffekt immer wieder herunterzuspielen. 40 Prozent der Zeitarbeitnehmer seien an- und ungelernte Arbeitnehmer. Gerade gering Qualifizierten eröffnet die Zeitarbeit somit den Weg in den Arbeitsmarkt, der ihnen auf gewöhnlichem Wege häufig versperrt bleibt.“


 

 

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